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Die letzte Welle |
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Zwei Engländer wollten über den Indischen Ozean rudern |
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| 04. August 2003 |
HAUKE GOOS |
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Noel-Smith, 45, hatte es
in der British Army zum Major gebracht. Der Brite wurde in Sandhurst
ausgebildet, hat in Nordirland und im Nahen Osten gedient, in seiner
freien Zeit bestieg er Vulkane und erforschte Hohlen. Er quittierte den
Dienst, weil er es leid war, standig umzuziehen. Rob Abernethy und er
kennen sich aus Armee-Zeiten. Eine Aufgabe muss man erledigen, egal um
welchen Preis, haben sie dort gelernt. Er wolle einmal in seinem Leben
etwas Heroisches machen, sagt Rob. Er wolle durch eine Tur gehen, die
niemand vor ihm offnen konnte, sagt Mike. Die beiden sind nie zuvor
gerudert. |
| Dann tauschen sie. Neun Monate lang trainieren sie. Dann sind sie bereit. | |
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Am Ostersamstag, kurz vor
Mitternacht, geht es los. Rund 4000 Seemeilen liegen vor ihnen und
etliche Wochen, von Carnarvon an der australischen Westkuste bis zur
Insel Reunion, ostlich von Madagaskar. Anfangs folgt ihnen ein gro?er
Hai. Dann sind sie allein. |
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Und sie genie?en endlich
ihr Abenteuer: das Feuer der Sonnenuntergange, die Pracht der
Sonnenaufgange, dazu der ungeheure, leere, gefahrliche Ozean. Mitunter,
wenn sie nachts rudern, uber sich Millionen von Sternen, neben sich
einen Mako-Hai, der sie ein paar Tage lang begleitete, irgendwo vor sich
blasende Wale, horen sie Beethoven, auf ihrem tragbaren CD-Player. |
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| 30 endlose Sekunden lang sturzen die Wassermassen auf ihr Boot. Mike wird emporgehoben; dass er angeleint ist, rettet ihm das Leben. So rei?t ihn die Welle nicht mit sich, sondern schleudert ihn mit dem Kopf gegen die Bordwand. Seine Nase bricht, er hat eine Gehirnerschutterung. Zwolf Stunden nach der Welle kommt das Fieber, uber 40 Grad. Sie mussen eine Entscheidung treffen. | |
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Das Ende kommt an einem
heiteren, perfekten Tag. Die Wellen tragen sie Richtung Madagaskar, sie
mussen lediglich den Kurs halten. Rob bereitet gerade den Lunch in der
Kabine, Mike steht drau?en. Er sieht die Welle erst, als sie direkt
hinter ihm aus dem Meer wachst, eine Monsterwelle, 12, vielleicht 15
Meter hoch, hoher als ein funfstockiges Haus. |
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